Mountainbiken: Die besten Regionen, Ausrüstung & Fahrtechnik im Überblick

31. August 2025 - HolidayTrex

Mountainbiken begeistert im Sommer Millionen Aktivurlauber, egal ob sie Einsteiger oder Trail-Profi sind. Heute ist der Sport mit seinen amerikanischen Wurzeln fester Bestandteil des alpinen Tourismus in Europa. Dabei ist es egal, ob Österreich, Italien, Deutschland oder die Schweiz: hier finden sich einige der weltweit besten Naturradstrecken. Und HolidayTrex weiß, wo sie zu finden sind, was das Mountainbike-Feeling ausmacht und mit welchem Material Radtouren in den Bergen richtig Spaß machen.

Im Sommerurlaub das Mountainbike mitzunehmen, ist für Aktivurlauber heute eine der beliebtesten Outdoor-Aktivitäten, die richtig Spaß machen.


Die Geschichte des Mountainbikens

Der Ursprung des Mountainbikens (MTB) liegt im Kalifornien der 1970er-Jahre. Denn hier raste eine Gruppe von Radenthusiasten um Gary Fisher, Joe Breeze und Charlie Kelly 1973 mit umgebauten Cruiser-Bikes die Schotterpisten am Mount Tamalpais hinunter. Eine Aktion, mit der sie das Downhill-Mountainbiken „erfanden“. Und nur drei Jahre später begann mit dem ersten Repack-Rennen die sportliche Entwicklung, bevor im Jahr 1977 mit dem „Breezer #1“ das erste speziell für diesen Zweck gebaute Mountainbike auf den Markt kam. Im Anschluss schoben Mountainbike-Pioniere wie Tom Ritchey und Marken wie Specialized und Shimano die Technik und die Serienproduktion weiter voran.


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In den 1980er-Jahren schwappte der MTB-Trend dann über den Atlantik nach Europa über. Dabei wurde das neuartige Offroad-Fahrrad gerade in den Alpen schnell zu einem gefragten Sportgerät. Und während die Verkaufszahlen rasant stiegen, wurden in den Bergen im Herzen des Kontinents erste Rennen und Festivals veranstaltet. So fand 1988 in Crans-Montana (Schweiz) die erste Mountainbike-Weltmeisterschaft statt und 1990 erfolgte die offizielle Anerkennung durch den Weltverband UCI. Mit der Aufnahme von Cross-Country in das olympische Programm im Jahr 1996 wurde Mountainbiken dann endgültig zu einer festen Größe im internationalen Sport, nicht nur für Hobbyfahrer.

Bedeutung von Mountainbiking für alpinen Tourismus

Mountainbiken ist heute ein zentraler Bestandteil vieler Tourismusregionen in den Alpen. In klassischen Wintersportorten füllen Mountainbiker im Sommer die Hotels und beleben die Täler. Durch Investitionen in Bikeparks, Trailcenter und moderne Seilbahnen werden Skigebiete in Österreich, Italien und der Schweiz auch in der warmen Jahreszeit zu Top-Destinationen für Outdoor-Fans. Insgesamt begeistert Mountainbiking sowohl Freizeitfahrer als auch Profis. In Europa zählt der Sport daher mittlerweile zu den beliebtesten Aktivitäten im Sommerurlaub überhaupt. Dazu trägt insbesondere die Entwicklung von E-Mountainbikes bei, wodurch neue Zielgruppen den Zugang zu langen Touren und Downhill-Spaß in den Bergen bekommen.

Die besten Mountainbike-Regionen

Tirol (Österreich)

  • Bikepark Innsbruck: 12,5 km Trails, 900 m Höhenunterschied, direkt an der Bergstation der Muttereralmbahn, Highlights wie Jumpline, Slopestyle und Kids-Parcours
  • Bike Republic Sölden: 37 km Trails, 1.300 m Höhenunterschied, Seilbahnanbindung an Giggijochbahn und Gaislachkoglbahn, Highlights wie Endurotrails, Donwhills und Pumptracks
  • Alpenüberquerung „Transalp“: 400 km Radwege auf Asphalt, Schotter und alpinen Trails, Route über den Reschenpass bis zum Gardasee
Die Alpenüberquerung „Transalp“ ist einige der bekanntesten Mountainbike-Routen in den Alpen und geht von Garmisch-Partenkirchen über Innsbruck bis zum Gardasee.

In den Bergen von Tirol fühlen sich Mountainbiker ganz besonders wohl. Denn hier gibt es im Bereich Offroad alles, was das Radfahrerherz begehrt, von anspruchsvollen Downhill-Strecken bis zu sanften Cross-Country-Routen. Ein Ziel ist dabei der Bikepark Innsbruck an der Mutteralm mit 12,5 km Trails in bis zu 1.804 m Höhe, mit Flowtrails, technischen Abfahrten und Downhill-Strecken. Ein Muss ist auch die Bike Republic Sölden im Ötztal, wo etwa 37 km Mountainbike-Trails mit zahlreichen Abfahrten und anspruchsvollen Uphills warten, die mit den Gondeln der Giggijochbahn und Gaislachkoglbahn jeweils leicht zu erreichen sind. Insgesamt ist Tirol für Mountainbiker zudem ein idealer Ausgangspunkt für Alpenüberquerungen, wie der bekannten Transalp, die von Garmisch-Partenkirchen bis nach Riva am Gardasee führt.

Salzburger Land (Österreich)

  • Bike Circus Saalbach Hinterglemm: 105 km Trails, Anschluss an 9 Seilbahnen, Highlights wie Pro Line, Ride Park und anspruchsvolle Downhill-Strecken
  • Bikeregion Hochkönig: 12,3 km Trails, Direktanschluss an Natrunbahn und Bürglalmbahn, täglich kostenloser Biketransport mit HochkönigCard, Highlights wie Bürglalm Mitzi Trail und Skill Areas
  • Bikepark Schladming: 42 km Trails, Direktanschluss an die 10er Seilbahn Planai, Jumpline mit 99 Sprüngen, weitere Highlights wie Profi-Downhill und Einsteiger-Bikearea

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Das Salzburger Land zählt zu den Top-Mountainbike-Regionen Österreichs und begeistert mit seinen vielfältigen Angeboten. Eines der absoluten Highlights ist dabei mit Sicherheit der Bike Circus Saalbach Hinterglemm. Mit 105 km Trails können sich Mountainbike-Fans hier den größten Bikepark Österreichs mit Direktanbindungen an 9 Seilbahnen sowie Pro Lines oder den Ride Park erkunden. Etwas ruhiger geht es rund um Maria Alm und Dienten zu, wo die Bikeregion Hochkönig mit 12,3 km Trails punktet und zudem noch täglich kostenlosem Biketransport in den Seilbahnen für Besitzer der HochkönigCard sowie Strecken wie den Bürglalm-Mitzi-Trail bietet. Nicht verpassen gilt es im Salzburger Land auch den Bikepark Schladming, mit 42 km Trails sowie Streckenhighlight wie einer 99-Sprünge-Jumpline, einem Profi-Downhill und einer Einsteiger-Bike-Area.

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Schwarzwald (Deutschland)

  • Bikepark Todtnau: 5,3 km Trails, Direktanbindung an Sessellift, 550 m Höhenunterschied, anspruchsvoller Downhill für Profis
  • Sabine Spitz MTB-Arena: 3,9 km lang, mit Sprüngen, Steilwandkurven und Brücken, für die Deutsche Meisterschaft 2012 angelegt, benannt nach Mountainbike-Olympiasiegern Sabine Spitz
  • Mountainbikeregion Schwarzwald: 8.500 km Trails und Radwege, eigene Tourenplaner-App, Highlights wie die 440 km lange Bike-Crossing-Route von Pforzheim nach Bad Säckingen

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Der Schwarzwald ist nicht nur die Heimat vieler deutscher Skispringer, sondern auch ein echtes Mountainbike-Paradies. MTB-Freunde können sich hier vor allem für den Bikepark Todtnau begeistern, der mit seinen beiden, insgesamt 5,3 km langen, anspruchsvollen Downhill-Strecken gerade Profis anspricht. Neben den Downhill-Fans kommt im Schwarzwald aber auch die Cross Country-Fraktion unter den Mountainbikern zum Zug. Zum einen in der 3,9 km langen „Sabine Spitz MTB-Arena“ in Bad Säckingen, die auf 3,9 km Länge Sprünge, Steilwandkurven sowie Brücken bietret und nach der Moutainbike-Olympiasiegerin höchstpersönlich benannt ist. Zum anderen warten in der gesamten Region instegsamt 8.500 km Trails und Radwege! Ein Highlight ist dabei die abwechslungsreiche, 440 km lange Bike-Crossing-Route von Pforzheim nach Bad Säckingen.

Allgäu (Deutschland)

  • Radtour Kleinwalsertal: 34,1 km Strecke, 1.122 Höhenmeter, für Hobby-Mountainbiker und ambitionierte Radfahrer, traumhaftes Oberstdorf-Panorama
  • Pfrontener MTB-Marathon: 51,8 km Strecke, 1.903 Höhenmeter, Route für Mountainbike-Profis, 7 Stunden Fahrzeit
  • Hopferwald-Senkele-Runde: 24,4 km Strecke, 491 Höhenmeter, 2,5 Stunden Fahrtzeit, Genussradeln zwischen Alpen und Füssener Bucht

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Anders als in anderen Alpenregionen finden sich im Allgäu keine klassischen Bikeparks finden, kommen Mountainbiker hier trotzdem voll auf ihre Kosten. So gibt es alleine rund um Oberstdorf 100 km markierte MTB-Strecken. Ein Teil davon ist auch die Radtour Kleinwalsertal. Auf der geht es für ambitionierte Aktivurlauber über 1.100 Höhenmeter von der Osterbergalpe am Söllereck bis hinuter ins Zentrum der Vierschanzentournee-Metropole. Eine echte Herausforderung ist zudem die Runde, auf der jedes Jahr der Pfrontener MTB-Marathon stattfindet. Die Route ist dabei aber nur etwas für echte Profis auf dem Rad, schließlich warten dort über 7 Stunden Fahrtzeit auf 51,8 km Strecke über 1.900 Höhenmeter! Gemütlicher wird es für Genießer im Sattel dagegen auf der Hopferwald-Senkele-Runde. Wo es auf 24,4 km die Landschaft zwischen den Gipfeln des Allgäus und der Füssener Bucht zu bewundern gilt.

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Südtirol (Italien)

  • Brixen Bikepark: 13,3 km Trails, Direktanschluss zur Plose Kabinenbahn, fünf Lines für Anfänger und Profis, gebaut von legendären Parkdesignern aus Kanada
  • Bike Beats Alta Badia: 8,3 km Trails, Direktanschluss an die Seilbahn Piz Sorega und zwei Sessellifte, Start in über 1.900 m Höhe, Highlights wie Flow Country Trails und North Shores
  • Kronplatz Bikepark: 34,2 km Trails, Streckennetz aus 18 Trails für Einsteiger und Mountainbike-Experten, Anschluss an 5 Lifte zum Aufstieg

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Auch Südtirol begeistert Mountainbiker mit einer eindrucksvollen Auswahl an Trails inmitten einer grandiosen Dolomitenkulisse. So hat der Brixen Bikepark etwa 13,3 km abwechslungsreiche Strecken, verteilt auf fünf Lines für Anfänger und Profis zu bieten, die alle direkt mit der Plose Kabinenbahn erreichbar sind und von legendären Parkdesignern aus Kanada gestaltet wurden. Etwas weniger Strecke, dafür umso mehr Höhe dürfen Moutainbiker rund um Alta Badia erleben. Die Bike Beats-Strecken sind insgesamt 8,3 km lang, wobei sie über Flow Country-Trails und North Shores aus über 1.900 m Höhe ins Tal führen. Och geht es dann übrigens wieder direkt in den Gondeln der Seilbahn Piz Sorega. Ein weiteres MTB-Highlight ist zudem der Kronplatz Bikepark in der Nähe von Olang und Rasen, der mit 34,2 km auf 18 Trails überzeugt, die dank fünf moderner Liftanlagen bequem erschlossen sind.

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Graubünden (Schweiz)

  • Bike Kingdom Lenzerheide: 90 km Trails, Highlights wie Touren, Downhill-Strecken und Skill Center, Routen für Anfänger und MTB-Profis, Anschluss an 12 Bergbahnen
  • Bikeregion Davos Klosters: 700 km Trails, 52 verschiedene Routen darunter Highlights wie der Alps Epic Trail Davos vom Jakobshorn nach Filisur und die Gotschna Freeride-Piste in Klosters
  • Bikeregion Engadin: 500 km Trails, Hightlights wie die Nationalpark Tour und Uina Bernina Bike-Tour, kostenfrei unbegrenzte Bergbahnfahrten mit der Gästecard PLUS, 72 verschiedene Mountainbike-Touren
Das Bike Kingdome Lenzerheide ist mit über 90 km Trails einer der größten Bikeparks in den Alpen.

Graubünden gilt als eine der vielseitigsten Mountainbike-Regionen der Alpen und begeistert mit abwechslungsreichen Trails für jedes Fahrkönnen. Im Bike Kingdom Lenzerheide warten über 90 km Trails, darunter einige schwierige Downhill-Strecken, die von 12 Bergbahnen erschlossen sind. Daneben hat auch die Bikeregion Davos Klosters 52 verschiedenen MTB-Routen auf einer Länge von 700 km, darunter der legendäre Alps Epic Trail Davos und die Gotschna Freeride-Piste. Und am Ende locken im Engadin 500 km Trails mit Highlights wie der Nationalpark-Tour und der Uina-Bernina-Bike-Tour. Mit der Gästecard PLUS können die insgesamt 72 abwechslungsreichen Mountainbike-Touren der Region bequem und ohne Zusatzkosten mit den Bergbahnen erreicht werden.

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Mountainbike-Disziplinen im Überblick

Cross-Country

Cross-Country, kurz „XC“, ist die bekannteste und vielseitigste Disziplin im Mountainbike-Sport und die einzige, die olympisch ausgetragen wird. Auf Rundkursen mit Anstiegen, Abfahrten und gelegentlichen Hindernissen ist primär Ausdauer gefragt. Die leichten XC-Bikes, die meist als Hardtails oder Fullys mit geringem Federweg ausgeführt sind, sind auf Effizienz ausgelegt. Für Freizeitsportler bedeutet Cross-Country in der Regel klassisches Mountainbike-Fahren im Wald oder Hügelland, bei dem sich wunderbar Naturgenuss und sportliche Herausforderung kombinieren lassen.</p>

Trail/All-Mountain

Beim Trail- oder All-Mountainbiken geht es um Fahrspaß zwischen Uphill (bergauf fahren) und Downhill (bergab fahren). Dabei geht es auf abwechslungsreichen Trails mit moderaten Anstiegen und spannenden Abfahrten mit vollgefederten Bikes mit 120 bis 150 Millimetern (mm) Federweg um die ideale Kombination aus Komfort und Kontrolle. Damit ist diese Disziplin perfekt für Outdoor-Liebhaber, die Naturerlebnis, Technik und die Berge lieben.

E-Mountainbike

E-Mountainbikes, kurz E-MTB, haben den Mountainbike-Sport in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Schließlich ist es mit diesen neuen Fahrrädern dank des elektrischen Zusatzantriebs möglich geworden, längere Touren, steile Anstiege und rasantere Abfahrten trotz unterschiedlicher Fitnesslevel gemeinsam zu bewältigen. Die Motoren der E-Bikes treiben dabei bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h an und sind speziell für den Geländeeinsatz verstärkt. Hier ist es dann auch egal, ob Cross-Country, Trail oder Enduro: heute lassen sich fast alle Disziplinen auch mit elektrischer Unterstützung fahren.


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Enduro

Enduro kombiniert Trailspaß mit Abfahrts-Action und ist damit gerade bei ambitionierten Mountainbikern beliebt. Bei Enduro-Wettbewerben zählen nur die bergab gefahrenen Etappen, während die Anstiege dazwischen entspannt absolviert werden. Die Bikes sind hier vollgefedert, robust gebaut und bieten 150 bis 170 mm Federweg. Im Freizeitbereich bedeutet Enduro, gemütlich die Berge hinaufzufahren, um dann mit der entsprechenden Technik, Ausdauer und Konzentration auf anspruchsvollen Trails bergab richtig Gas zu geben.

Downhill

Downhill, kurz DH, ist die actionreichste Disziplin im Mountainbike-Sport, denn hier sind die Strecken steil, schnell und technisch anspruchsvoll. Auf die Trails geht es mit speziellen Mountainbikes mit über 200 mm Federweg, stabilen Rahmen und groben Profilreifen über Sprünge, Wurzelteppiche und Steinfelder. Rauf auf den Berg geht es meist per Lift, Seilbahn oder Shuttlebus. Downhill-Strecken, etwa in Sölden oder Lenzerheide, bieten damit auch für Hobby-Radfahrer Nervenkitzel pur. Denn auch mit Rückenprotektoren und einem professionellen Fahrtechniktraining können selbst Einsteiger erste Erfahrungen im sanften Gelände sammeln und dann die spektakulären Abfahrten entdecken.

Ausrüstung und Technik für Mountainbiker

Bikearten und Spezialanfertigungen

Mountainbike ist nicht gleich Mountainbike, denn je nach Einsatzgebiet gibt es verschiedene Mountainbike-Arten. Dabei liegen die wichtigsten Unterschiede im Bereich von Federung, Geometrie und Stabilität.

  • Hardtail vs. Fully: Ein Hardtail-Mountainbike hat nur vorn an der Gabel eine Federung, während hinten der Rahmen starr ist. Dadurch eignet es sich durch sein geringeres Gewicht und seine einfachere Konstruktion gut für Mountainbike-Einsteiger und Cross-Country-Strecken. Ein etwas schwereres und teureres Fully (vollgefedertes Bike) bietet hingegen auch am Hinterrad Dämpfung. Undas das sorgt auf Trail-Touren, Enduro sowie beim Downhill für mehr Kontrolle und Komfort.
  • Cross-Country-Bikes sind leicht, effizient, mit 100 bis 120 mm Federweg, oft ein Hardtail oder nur leicht gefedert. So sind sie für Speed und Kletterfähigkeit gebaut, was sie zu einem idealen Einstiegs-Mountainbike für Anfänger oder echte Marathonfahrten über einige der besten Radwege der Alpen macht
  • Enduro-Bikes kommen mit stabilen Rahmen, 150 bis 170 mm Federweg, leistungsfähigen Bremsen und Federelementen daher. So sind sie für harte Einsätze bergab konzipiert, sind aber selbst bergauf noch gut fahrbar. Aktivurlauber fühlen sich mit Enduro-Mountainbikes deshalb in Bikeparks oder auf anspruchsvollen Touren besonders wohl. Denn hier können sie mit dem Rad auch raues Gelände und Sprünge souverän meistern.
  • Downhill-Bikes sind „Spezialisten“ für Abfahrt. Mit 180 bis 200 mm Federweg (teilweise sogar mehr), verstärkten Federelementen, oft einer Doppelbrücken-Gabel und extragroßen Scheibenbremsen sind sie extrem stabil gebaut. Weil die DH-Bikes entsprechend schwer sind, eignen sie sich eigentlich nicht für das Bergauffahren. Sie sind schlicht für das Bergabfahren gemacht.
  • E-Mountainbikes basieren von ihrer Grundkonstruktion her meist auf Trail- oder Enduro-Bikes, sind aber mit einem Elektromotor sowie einem Akku ausgestattet. Beides ein Mountainbike zwischen 20 und 25 kg schwerer machen. Spezielle E-Mountainbikes gibt es als Hardtail für Touren oder Fully für Trail- oder Enduro-Einsätze.
Downhill-Bikes sind mit großen Scheibenbremsen, mächtiger Federung und breiten Reifen voll für das Bergabfahren beim Mountainbike konstruiert.

Um den Einsatzbereich zu beschreiben, stufen Hersteller ihre Mountainbikes am Ende in fünf Kategorien ab. Von „Kategorie 1“ für rein befestigte Wege und kaum Sprünge bis „Kategorie 5“ für extreme Downhill- und Freeride-Belastungen mit hohen Sprüngen). Für Anfänger, die im Urlaub in den Alpen eher eine gemütliche Wald- und Wiesenrunde drehen wollen, genügen hier schon Räder der Kategorie „2“ oder „3“. Wichtig beim Mountainbike-Kauf oder auch bei der Leihe ist, dass das Bike auch bezüglich Körpergröße und Können zum Fahrer passen muss. Die Preisspanne bei bekannten Fahrradmarken ist hier übrigens enorm, vom Einsteiger-Hardtail für unter 1.000 Euro bis zum Profi-Downhillbike für über 6.000 Euro!

Schutzausrüstung und Zubehör

  • Mountainbike-Helm: Ein passender, geprüfter Helm ist ein absolutes Muss. Für Touren und Cross Country genügen leichte Radhelme, aber wer sich in Richtung Downhill wagen will, greift besser zum Fullface-Helm mit Kinnschutz.
  • Protektoren: Je nach Fahrstil sind Knie- und Ellbogenschoner, Rückenprotektor sowie Protektor-Rucksäcke empfehlenswert und auch Mountainbike-Handschuhe mit Knöchelschutz sind sinnvoll, um die Hände bei Stürzen zu schonen.
  • Brille: Eine leichte Sportsonnenbrille schützt die Augen vor Staub, Schlamm, Ästen, greller Sonne und Fahrtwind. Für Mountainbiker mit Fullface-Helm sind dagegen Mountainbike-Goggles empfohlen.
  • Mountainbike-Schuhe: Wie bei Rennrädern kommt es mit Blick auf die Schuhe auch bei Mountainbikes auf die Pedale an. So gibt es spezielle MTB-Schuhe für Plattformpedale und Schuhe mit steifer Sohle für Klickpedale. Mountainbike-Einsteiger können allerdings auch mit normalen Sportschuhen fahren.

Weiteres Zubehör, das Mountainbiker auf den Trails unbedingt dabei haben sollten, muss in einen guten Rucksack, am besten mit Trinkblase, passen. Rein müssen hier <strong>Werkzeug mit Multitool, Pumpe und Ersatzschlauch, ein Erste-Hilfe-Set, Regenjacke und Verpflegung. Ein kleiner Fahrradcomputer oder eine Handyhalterung für das Smartphone helfen zudem bei der Orientierung auf unbekannten Trails. Und wer in der Dämmerung oder nachts unterwegs ist, benötigt starke Fahrradlampen am Helm oder Lenker.

Technikgrundlagen für Mountainbiker

  • Grundposition: In schwierigem Gelände gilt es, eine stabile Position auf dem Fahrrad einzunehmen. Das bedeutet: Pedale waagerecht, Knie und Ellbogen leicht gebeugt. So bleibt der Schwerpunkt zentral über dem Bike, während der Blick in dieser „Attack Position“ nach vorn auf den Trail gerichtet wird.
  • Richtig bremsen: Weil moderne Mountainbikes starke Scheibenbremsen haben, ist es für Anfänger hier wichtig, zu lernen, dosiert zu bremsen. Heißt: Sowohl die Vorder- als auch die Hinterradbremse gleichmäßig einsetzen, nicht abrupt blockieren und vor steilen Abfahrten den Körper nach hinten verlagern, um Überschläge zu vermeiden.
  • Kurventechnik: In Kurven hilft es, das äußere Pedal nach unten zu drücken und das Gewicht darauf zu verlagern, während der Blick immer durch die Kurve zum Ausgang hin gerichtet ist.
  • Hindernisse überwinden: Wurzeln, Steine und kleine Erdstufen können leicht mit einem Entlastungshüpfer oder Mini-Bunny-Hop überwunden werden. Dabei wird durch Gewichtsverlagerung nach vorn und schnelles Anziehen der Pedale zunächst das Hinterrad leicht angehoben. Durch einen Zug am Lenker und einen Körperimpuls nach oben wird dann direkt das Vorderrad gelupft.
  • Bergauf fahren: In steilem Gelände hilft es, den Oberkörper tiefer nach vorn über den Lenker zu bringen und einen möglichst runden Tritt in leichter Übersetzung zu fahren. Im Sitzen haben Mountainbiker dann mehr Traktion auf dem Hinterrad, aber wenn es sehr steil wird, kann auch im Stehen getreten werden.

Planung einer Mountainbike-Tour

Tourenvorbereitung und Routenwahl

Eine gelungene Mountainbike-Tour beginnt oft schon zu Hause am Küchentisch beim Check der Karte oder von digitalen Plattformen und Apps. Bei der Routenwahl sollten Einsteiger hier eher kürzere Touren mit mäßigen Höhenmetern wählen, idealerweise Strecken, die als leicht oder mittelschwer eingestuft sind. Für mehrtägige Mountainbike-Touren im Mittel- oder Hochgebirge ist zudem eine sorgfältige Etappenplanung notwendig.  Hier empfiehlt es sich, täglich nicht mehr als 50 bis 70 km mit 1.000 bis 1.500 Höhenmetern einzuplanen, damit noch Zeit fürs Genießen bleibt. Die Routenplanung umfasst auch die Suche nach Einkehrmöglichkeiten sowie das Sammeln von Informationen über Wegesperrungen oder Wetterbedingungen.

Im Herbst können Mountainbike-Touren in Monaten wie Oktober auch wegen der farbigen Wälder wunderschön sein, aber kürzere Tage erfordern hier eine andere Zeitplanung, weil es früher dunkel wird. Mit entsprechender Ausrüstung, wie breiteren Reifen und warmer Funktionskleidung, ist zudem auch Mountainbiken im Winter möglich. Allerdings können viele höher gelegene Trails in der kalten Jahreszeit gesperrt oder schneebedeckt sein. Statt den Alpen weichen passionierte Biker daher in niedrigere Lagen in den Mittelgebirgen aus.

Unterkunft, Shuttles und Logistik

Die erste Wahl bei der Planung eines Mountainbike-Urlaubs sollte natürlich die Wahl der Unterkunft sein. So sind spezielle Bike-Hotels oder Pensionen im Angebot von HolidayTrex extrem beliebt bei Radfahrern. Denn dort gibt es abschließbare Radräume, Werkstatt-Ecken sowie Waschplätze für das Bike und manchmal werden hier sogar Tourenguides oder Shuttle-Services angeboten. Das ist gerade in beliebten Mountainbike-Regionen wie in den Dolomiten, Tirol oder Graubünden der Fall. Shuttles und Lifte stehen Mountainbikern gerade in den Alpen zur Verfügung, etwa wenn die örtlichen Bergbahnen ihre Seilbahnen und Lifte im Sommer „radfertig“ machen. Hier haben Bikeparks auch oft Sessellifte mit Haken für Bikes. Dazu fahren in einigen Regionen ebenfalls Shuttle-Busse, die die Radfahrer auf den Berg bringen. Meist sind sie kostenlos, aber trotzdem sollten sich Aktivurlauber vor der Anreise immer auch darüber informieren, ob und welche Kosten für Liftpässe und Ähnliches anfallen.

Beim Mountainbiken spielen heute auch das Thema Nachhaltigkeit und Trailpflege eine große Rolle. So gilt es hier für Aktivurlauber mit dem Rad, offizielle Wege und Trails zu nutzen, anstatt wild neue Pfade zu kreieren, Schonzeiten für Wildtiere zu beachten, Naturschutzgebiete zu meiden und keinen Müll zu hinterlassen. Vor der Reise lohnt es sich ebenso, nachhaltig zu planen und dabei etwa auf eine umweltfreundliche Anreise mit dem Zug in die Alpen oder an die Ostsee zu setzen.

FAQ zum Mountainbiking

Wo können Aktivurlauber am besten Mountainbiken?

Die Top-Regionen fürs Mountainbiken bieten eine Mischung aus landschaftlicher Vielfalt, gut ausgebauten Trails und moderner Infrastruktur. In den Alpen zählen Tirol mit der Bike Republic Sölden und dem Bikepark Innsbruck, das Salzburger Land mit dem Bike Circus Saalbach Hinterglemm sowie Südtirol mit dem Brixen Bikepark zu den absoluten Favoriten. Auch die Schweiz punktet mit Graubünden, wo das Bike Kingdom Lenzerheide und die Region Davos Klosters MTB-Fans anziehen. Wer in Deutschland bleiben möchte, findet im Schwarzwald mit 8.500 km Trails oder im Allgäu abwechslungsreiche Touren für jedes Level. Dank Bikeparks, Seilbahnanbindung und alpiner Routen wie der Transalp können Aktivurlauber je nach Lust und Können zwischen flowigen Trails, technischen Abfahrten und langen Etappentouren wählen.

Welches Mountainbike ist gut und günstig?

Für Einsteiger und preisbewusste Fahrer ist ein Hardtail-Mountainbike oft die beste Wahl. Es hat nur vorne eine Federung, ist leichter, wartungsärmer und bereits ab unter 1.000 Euro erhältlich. Besonders im Cross-Country-Bereich bieten Markenmodelle dieser Preisklasse eine solide Qualität für Touren im Mittelgebirge oder leichte Alpenrouten. Wer mehr Komfort und Kontrolle auf abwechslungsreichen Trails sucht, kann ein Fully in Betracht ziehen. Gute Einsteigermodelle beginnen hier bei etwa 1.500 bis 2.000 Euro. Wichtig ist, dass das Bike zur Körpergröße, zum Fahrstil und zum geplanten Einsatzgebiet passt. In vielen Bike-Regionen gibt es für Urlaubsfahrten auch hochwertige Leihbikes, oft sogar E-MTBs, die den Aktionsradius vergrößern.

Wie gesund ist Mountainbike fahren?

Mountainbiken ist ein Ganzkörpertraining, das das Herz-Kreislauf-System, die Muskulatur und die Koordination stärkt. Durch die wechselnden Belastungen beim Bergauf- und Bergabfahren wird die Ausdauer gefördert und Arme, Beine sowie der Rumpf werden gleichermaßen trainiert. Gleichzeitig ist das Fahren im Gelände gelenkschonender als viele andere Sportarten. Schließlich werden hier Stöße durch die Federung und den weichen Untergrund abgefangen. Die Bewegung an der frischen Luft, oft in alpiner Umgebung, trägt zudem zu mentaler Entspannung bei und senkt Stress. Auch die soziale Komponente, etwa bei Touren mit Freunden oder in geführten Gruppen, wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus.

Was ist die 80er-Regel beim Mountainbiken?

Die 80er-Regel besagt, dass bei einer Mountainbike-Tour etwa 80 Prozent der Strecke im eigenen Komfortbereich liegen sollten und maximal 20 Prozent aus technisch oder konditionell besonders anspruchsvollen Passagen bestehen sollten. Diese Faustregel hilft dabei, Überlastung zu vermeiden und den Spaß am Fahren zu bewahren. Sie wird insbesondere bei der Tourenplanung angewendet, um sicherzustellen, dass auch längere oder alpine Routen für die Teilnehmenden machbar bleiben. Gerade in Regionen mit großen Höhenunterschieden wie Tirol, Südtirol oder Graubünden ist die 80er-Regel ein bewährtes Prinzip, um Genuss und Herausforderung ins Gleichgewicht zu bringen.

Können Aktivurlauber mit einem Mountainbike lange Strecken fahren?

Ja, mit der richtigen Vorbereitung und Tourenplanung lassen sich auch lange Distanzen problemlos meistern. Geübte Fahrer können bei mehrtägigen Touren im Mittel- oder Hochgebirge täglich 50 bis 70 Kilometer mit 1.000 bis 1.500 Höhenmetern bewältigen, ohne dass der Erlebnisfaktor leidet. Für sehr lange Etappen, wie bei Alpenüberquerungen, empfiehlt sich ein leichtes Cross-Country- oder E-Mountainbike, um Kräfte zu sparen. Entscheidend sind eine passende Sitzposition, eine gute Ausdauer, eine ausreichende Verpflegung und ein sinnvoller Etappenplan. In vielen Regionen stehen Seilbahnen oder Shuttles zur Verfügung. So können besonders anspruchsvolle Anstiege umgangen und die Energiereserven für die schönsten Trailabschnitte genutzt werden.

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